Michael A. Grund zum Thema Corporate Architektur

Das Bild eines Unternehmens oder seiner Marken wird auf vielfältige Weise geprägt. Nicht ohne Grund spricht man von Ganzheitlichkeit, integrierter Kommunikation oder auch integriertem Marketing: Da sind z.B. die Produkte bzw. Leistungen an sich, die Mitarbeitenden, die verschiedenen Kanäle der Kommunikation – und eben auch die Architektur. Betreten wir einen Laden, ein Geschäftshaus, ein Bürogebäude oder auch einen Messestand, dann löst dies in uns Menschen Gefühle aus. Wir fühlen uns wohl, willkommen, oder auch abgestossen, störend bzw. eigentlich unerwünscht. Im schlimmsten Fall wirkt der Auftritt so abschreckend, dass wir uns dem Anbieter gar nicht erst nähern – eine Erfahrung, die z.B. manche Geschäfte an der Bahnhofstrasse in Zürich machen (obwohl sich die Kunden die Produkte des Unternehmens durchaus leisten könnten).

Ob bewusst geplant oder nicht: Räume und Bauten machen ein Unternehmen und seine Marke(n) greifbar. Werte können erlebbar gemacht werden. Dies kann insbesondere bei Dienstleistungsunternehmen, deren Produkte und Angebote ansonsten z.T. schwer «fassbar» sind, sehr interessant sein. Wofür steht das Unternehmen, der Brand? Innovation? Offenheit? Hochwertigkeit? Transparenz? Diese kleine Auswahl an Werten zeigt, dass Corporate Architecture diese transportieren bzw. mittragen kann oder eben – im worst case – auch konterkarieren kann. So kann z.B. auch Kundennähe gebaut werden – oder eben nicht.